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Plötzlich PHP 7 – So retten Sie Ihre Webseite

Derzeit stellen viele Hosting Anbieter ihre Webspaces zwangsweise auf PHP 7 um. Das führt oft zu unschönen Überraschungen, bis hin dazu, dass ganze Webseiten beim Aufruf leer bleiben. Das kann jede Webseite betreffen, die kleinste und die größte.

Fast immer geben sich die Anbieter der Webspaces Mühe, ihre Kunden rechtzeitig zu informieren. Aber wer liest als Kunde schon den Newsletter? Oder muss das Fachchinesisch verstehen? Sehr häufig weiß man selbst als Kunde nicht, was eine Umstellung der PHP Version bedeutet. Erst wenn die eigene Webseite leer bleibt, wird klar, was die Ankündigungsmails der Hoster bedeutet haben. Schon vorab sei gesagt: Ins solchen Fällen ist ein Programmierer gefragt, denn für all jene Webseitenbetreiber ohne Programmierkenntnisse sind die erforderlichen Anpassungen schlicht nicht machbar.

Aber ans Eingemachte: Was steckt denn eigentlich dahinter und wie kann man das vielleicht doch wieder lösen?

Was ist PHP 7?

Zuerst die Grundlagen: PHP ist eine Skriptsprache, die dazu dient dem Server mitzuteilen welchen Quelltext(HTML-Informationen, Bilder und andere Dateien) er an den Browser eines Internetnutzers liefern soll, der eine Webseite aufruft. Zwar nutzen nicht alle Webseiten PHP aber doch ein wesentlicher Teil. Laut Wikipedia waren es Ende des Jahres 2015 immerhin 82% aller Webseiten. Schon seit dem 04.12.2015 gibt es PHP in der Version 7. Der Vorgänger von PHP 7 ist PHP 5, welches seit 2004 verwendet wurde. Durch die, für IT-Verhältnisse recht lange, Lebenszeit ist die Verbreitung von Programmen, die von PHP 5 abhängig sind, sehr groß. Der Grund, warum man gleich von der Version 5 auf die Version 7 springen musste, ist eine Geschichte für sich, die durchaus auch eine Suche in den Suchmaschinen wert ist.



PHP 7 wieso?

Eine neue Version ist in der IT durchaus etwas positives, kann aber auch viele, viele Probleme mit sich ziehen und Anwender und Entwickler zur Verzweiflung bringen. Wichtigste Frage ist natürlich auch hier: Wenn meine Webseite gerade läuft mit PHP 5, wozu sollte ich dann eine neue Version nutzen und mich all den Risiken stellen? Dazu hier vier wesentliche Gründe:

Mein Hosting Provider lässt mir keine Wahl mehr
Einige Provider gestalten den Umstieg fast zwangsweise. Insbesondere aus Sicherheitsgründen möchten sie keine veralteten Programme mehr anbieten. Oft kommt es auch dazu, dass die Nutzer vor vollendete Tatsachen gestellt werden: PHP 7 wird erstmal installiert und eingestellt für alle. Wenn die Nutzer trotzdem noch PHP 5 wollen, können sie ja wieder die Einstellung zurück setzen. Ein Beispiel für hohen Druck Richtung Umstellung ist das Webhosting bei 1&1: Hier gibt es ein Paket “1&1 PHP Extended Support”, welches zwar das weitere Betreiben bestimmter alter PHP-Versionen ermöglicht, aber zusätzlich kostenpflichtig macht. Ein anderes Beispiel ist der Anbieter HostEurope. Dort heißt es in der Hilfe: “Von Zeit zu Zeit werden wir alte PHP Versionen aus dem KIS entfernen und durch aktuellere ersetzen.”. Früher oder später wird hier, wie bei vielen anderen Anbietern auch, die letzte PHP 5 Version verschwinden. Updates und aktiver Support für PHP 5 werden eingestellt
Die Updates und der aktive Support für die letzte PHP 5 Version, PHP 5.6, sind bereits eingestellt. Noch bis Ende 2018 läuft die Security-Support-Phase, die nur noch sicherheitskritische Aktualisierungen ermöglicht. Manche Webseiten nutzen eventuell sogar noch ältere Versionen von PHP 5. Für alle Versionen vor PHP 5.6 gibt es aber schon länger keine Aufpasser mehr. Damit hat man an sich schon ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem. Wenn dann noch ein Webshop läuft oder persönliche Daten im Spiel sind wird es ernst. Vorhandene und neue Programme werden für PHP 7 (weiter)entwickelt
Für Webseiten kommen verschiedenste Programme zum Einsatz: Content-Management-Systeme, Shop-Systeme, Entwicklungsframeworks und jeweils dazugehörige Plugins, die Newsletter versenden, Formulare sicher machen, Sicherheit überwachen usw. Alle Programme, die einer Weiterentwicklung unterliegen, werden bereits seit geraumer Zeit PHP-7-tauglich gemacht. Einige davon setzen mittlerweile zwingend PHP 7 voraus. Als Beispiel sei hier Typo3 in der Version 8 genannt. Andere Programme werden sicherlich auch bald neue Eigenschaften von PHP 7 in der Entwicklung nutzen und somit die Verwendung der aktuellen Version erforderlich machen. Schließlich ermöglicht PHP 7 auch einige neue Möglichkeiten und Funktionen, die sich die Entwickler zu Nutze machen wollen. Am wichtigsten: PHP 7 ist unglaublich viel schneller als sein Vorgänger
Seit der Veröffentlichung 2015 wurden bereits zahlreiche Tests durchgeführt. Alle kommen zu dem Ergebnis, dass die selben Skripte mit PHP 7 oft doppelt so schnell arbeiten wie mit den älteren Versionen. Das bedeutet für alle Besucher einer Seite, dass sie viel schneller den Inhalt der Seite zu Gesicht bekommen, weniger warten müssen und auch viele komplexe Skripte nicht mehr so häufig in Timeout-Begrenzungen laufen. Geschwindigkeit ist im Internes das A&O. Wer länger als 10 Sekunden auf eine ladende Seite wartet ist schnell geneigt zu einer anderen Seite zu wechseln.

PHP 7 wie?

Wie bereits gesagt: in den meisten Fällen ist es erforderlich, mit dem Entwickler seines Vertrauens Kontakt aufzunehmen und sie oder ihn zu bitten, sich das Ganze mal anzuschauen und eine Aussage zu Aufwand und Umfang der Anpassungen zu treffen.
Bevor das aber zwingend wird, kann jeder erstmal zwei einfache Maßnahmen ergreifen: